Von der EPT auf Italienisch – Teil 2 – von San Remo nach Monte Carlo
Fortsetzung EPT San Remo
Bis Level 6 lief das Turnier wie geschmiert. Leider machte ich in Level 7 (200/400) einen Fehler, der mich über 30 % meines Stacks kostete.
Ich war am Button mit (mit ca. 30.000 Chips), alle foldeten bis zum Cut-off, ein junger Onlinequalifikant raiste auf 1.200. Ich hatte eigentlich das Bedürfnis zu reraisen, aber aus Sicherheitsgründen callte ich wieder nur. Der Big Blind (ein solider Spieler mit ca. 25.000 Chips zu diesem Zeitpunkt) callte ebenfalls. Der Flop brachte , fast ein „Volltreffer“, ich hatte ein Toppaar und einen Nutflushdraw.
Der Big Blind und der Cut-off checkten, ich sah keinen Grund, keine freie Karte zu geben (in Position mit „Bombe“), aber mit der Absicht, dann am Turn zu raisen. Der Turn: . Plötzlich wurde der Big Blind aktiv und feuerte out-of-position 2.500. Der Cut-off blickte misstrauisch und callte – das war ein Signal für mich, dass der Cut-off nicht gefährlich war. Jetzt setzte ich meinen Plan fort und raiste, und zwar ziemlich hoch mit 9.000 und in der Erwartung, dass ich den Pot sofort gewinnen und sozusagen eine Monsterhand repräsentieren würde.
Leider callte der Blind-Spieler nach mehr als zwei Minuten Überlegzeit. Der Cut-off hatte das faule Ei gerochen und verschwand sofort. Der River brachte , jetzt checkte der Big Blind. Ich fragte ihn nach seinen restlichen Chips, dies waren um die 14.000. Für mich war klar, dass er Pot committed war und es keinen Sinn gab, all-in zu setzen, denn wenn er am Turn dieses große Raise bezahlt hatte, würde er wahrscheinlich auch am River bezahlen.
Darum checkte ich mit dem unangenehmen Gefühl, dass meine Asse nicht gut genug waren. Und tatsächlich: Der solide Spieler deckte für zwei Paare auf. So schrumpfte mein Stack wieder auf unter Average und ich beendete Tag 1 mit nur 17.000.
Am zweiten Tag wurde ich an einen neuen Tisch gesetzt, an dem ein besonderer Vogel, der aus Schweden angeflogen war, saß. Er trug eine außergewöhnliche Jacke, eine sogenannte Anti-Tells-Jacke. Bei einem großen Pot schob er seine Chips all-in und während sein Gegner überlegte, ob er zahlen sollte oder nicht und ihm dabei in die Augen sehen wollte, verschwand das Gesicht des Schweden plötzlich hinter seiner Kapuze, wie man es hier auf dem Bild unten sehen kann. Dadurch war das Interesse seines Gegners schnell verschwunden, da er bei dem Schweden keine Tell-Infos mehr einholen konnte!
An meinem neuen Tisch spielte ich anfangs sehr tight und erst am Ende des neunten Levels bekam ich meine erste O.k.-Hand: in später Position. Ein Spieler raiste vor mir auf 2.200 und ich ging sofort mit meinen restlichen 16.000 Chips all-in (meiner Meinung nach ist es für einen Shortstack Pflicht, solche Karten aggressiv zu spielen). Alle foldeten, aber der Raiser war sofort mit meinem Angebot einverstanden und callte mit seinen restlichen 8.000. Beim Showdown gewann dann sein gegen mein Zehnenpaar mit dem berühmten As am River. So war ich auf ca. 5.000 abgerutscht, die ich wenig später am Button (alle foldete zu mir) mit all-in schob. Der Big Blind war offensichtlich besonders glücklich über meine Entscheidung, fand in seiner Hand und callte mich sofort. Leider war am Board keine Zehn mehr zu sehen und so war mein Schiff gesunken, knapp vor dem rettenden Hafen (die letzten 112 bezahlten Plätze). Es waren noch um die 310 Spieler von den gestarteten 1.180 geblieben.
Wenn ich aus dem Turnier ausscheide, gehe ich meistens raus aus dem Casino. Und dort sah ich, dass den amtierenden Weltmeister ein ähnliches Schicksal wie mich und viele andere getroffen hatte: Es geht nach Hause (oder nach Monte Carlo) für den amtierenden Weltmeister Peter Eastgate …
Nach San Remo gönnte ich mir einige Tage Pause, bevor ich zur EPT nach Monte Carlo gefahren bin, von der ich in meinem nächsten Bericht erzählen werde. Hier der Blick auf Monte Carlo bei meiner Ankunft:
Euer Ivo – The Chess Master
PS: Hier die Antwort für einen Intelli-Leser, kalle001, der Folgendes angefragt hatte: Wie schaut es eigentlich mit der WSOP aus, mit von der Partie und wenn ja wann und welche Turniere?
Ja, ich werde bei der WSOP 2009 einige Turniere spielen, inklusive des Main Events, das am 3. Juli startet.
Darum habe ich meinen Flug Frankfurt – Las Vegas rechtzeitig für den 7. Juni gebucht. Ich würde mich freuen, wenn ich bei der WSOP einige von den IntelliPoker-Leser treffen könnte!
Und zum Schluss wieder ein kleines Rätsel:
Wer ist dieser Top-Online-High-Limit-Pokerspieler, so jung und doch schon Pokerlegende?